Ioka MusicText

Little text shreds about handpicked music

Einträge getaggt mit dresden

5 Anmerkungen &

№4: Sehnsucht in der Musik

Die oben eingefügten Tracks haben alle etwas gemeinsam: sie beinhalten alle eine Atmo, oder ein leichten Bass oder eine kleine Melodielinie, die sich sehr weit im Hintergrund befindet aber eine tragende Rolle spielt. Das schöne an diesen sanften Waves, wie ich sie der Einfachheit halber nenne, ist, dass sie, durch einen leichten Hall oder eine stärkere Filterung, nie in den Vordergrund treten. Sie sind aber trotzdem nicht so unscheinbar, als dass sie nicht wichtig wären. Man wünscht sich deswegen, oder zumindestens geht es mir so, dass diese Waves nach vorne kommen und sich endlich in voller Pracht zeigen. Aber dies passiert nicht, also bleibt nur die Sehnsucht danach, die erst dadurch so schön wird, da sie nicht erfüllt wird.

Das erste Lied, was wieder mal die unglaubliche Kunst von Noisia, auch im sanfteren Liquid-Drumnbass Großartiges zu volbringen, beinhaltet, zeigt am ehesten dieses Prinzip. Die Waves stellen hier dieses stark diffuse Atmo dar, das besonders am Anfang, im Break sehr deutlich und nach dem Break zu hören ist. Eigentlich zieht sich dieser winzige Melodieschnipsel durch das ganze Stück, ohne sich zu verändern. Zum Glück ohne sich zu verändern, denn schon die kleinste Veränderung würde diese wunderschöne Wave zerstören.

In “Imagine” von Moleman ist die Wave offensichtlich, bei “Aaron” von Paul Kalkbrenner ist die Wave nicht mit der Haupthook zu verwechseln und kommt erst bei 1:40 langsam dazu und stellt eine der schönsten harmonischen Waves dar, die ich jemals gehört habe. Dieses Lied ist so unglaublich stark, dass ich diesem noch einen eigenen Post widmen werde.

Auch “Archangel” von Burial beinhaltet eine klar erkennbare Wave und bei “What u need” von Calibre findet sich das Prinzip zumindestens etwas im sanften Subbass wieder, der auch nie so richtig aus seiner Deckung aufzubrechen scheint. Wunderschön dieses Festhalten am Zauber.

Abgelegt unter ioka dresden germany sehnsucht moleman paul kalkbrenner kalkbrenner burial archangel noisia chrystalline imagine producer produzent musik aaron shred music text musik analyse music analysis calibre jakob gille

2 Anmerkungen &

№3: Sigh - Praful

Dieses Lied hab ich in einem Cafe entdeckt und nach stundenlanger Suche durch etliche Lounge - Cd´s dann mir zum Glück auch kaufen können.

Die anfänglichen Streicher -Waves (wie ich sie jetzt einfach mal bezeichne) haben mich so geflasht, und zwar das ganze Stück über, dass ich unbedingt dieses Lied mit in meinem Blog nehmen wollte, obwohl hier gar nicht soviel dazu zu sagen ist.

Aufgefallen ist mir hier eigentlich nur wie man erst wenn der Beat einsetzt, die Position der Streicherwaves im Gesamtrhythmus erkennt. Die ganze Zeit hat man ein anderes Gefühl wo genau sich die Streicher rhythmisch einorden, erst wenn der Beat einsetzt entsteht ein anderer Eindruck, was, wie ich finde, immer wieder ein sehr schöner Effekt ist.

                                    

Abschließend ist nur noch zu sagen, wie gut es hier gelungen ist mit so wenigen Mitteln, solche Kraft zu erzielen. Für mich stehen die Streicher komplett im Mittelpunkt, auch wenn das Saxophon Solo kommt, ist mein Fokus nur auf dieses “Atmen” gerichtet, auch wenn es zum hunderstenmal wiederholt wird. Hier wurde also ein Element so geschickt ausgewählt und angeordnet, dass alles andere fast zur Nebensache wird. Ein zusätzlicher Punkt wieso die Streicher so eine tiefe Wirkung erzielen ist sicherlich, die Ähnlichkeit zu spezifisch menschlichen Ausdrucksweisen, bei diesem Beispiel sicherlich die Ähnlichkeit zu einer atmenden, beruhigenden Geste.

Abgelegt unter ioka dresden germany sigh praful ambient cafe music musik music text musik analyse music analysis soundcloud shred

3 Anmerkungen &

№2: Crystalline - Noisia & Hybris

Noisia & Hybris - Crystalline (INVSB003) by NOISIA

Zu diesem für Noisia ungewöhnlich ruhigem Lied möchte ich nur einige Punkte besprechen.  Erstaunlich wie es Noisia hier gelungen ist, die ganze Zeit des Intros über die “Melodie” bzw. den Hook des Liedes zu bringen, diesen aber unverändert stehen zu lassen, wenn der Drop einfällt ohne dass das Ganze irgendwann nervt oder langweilig wird. Interessant ist hier vorallem, wie einige Takte lang die Melodie beibehalten wird, dann aber abbricht und durch Hinzufügen neuer rhythmischer Elemente und Verstärkung des Grooves ein Effekt erzielt wird den man als “Durchführung” bzw. Ausarbeiten der Elemente bezeichen könnte. Für mich lässt sich das als ein Gefühl wie “jetzt gehts richtig los” beschreiben :).

Schön ist auch die äußerst feine Ausarbeitung der kleinen rhythmischen Shakes und Hi - Hats und auch der ungewöhnlichen Melodie die auch in kleinen Stücken im Beat wieder zu finden und so nicht nur simpel dem Beat übergeordnet ist. Dies ist so sensibel ausgestaltet das für mich diese Elemente einen stark menschlichen und natürlichen Charakter bekommen, wie als wenn sie selber leben und sich entwickeln würden.

Im Break wurde ein schöner Effekt dadurch erzielt, dass die Melodie langsam durch verschiedene Mittel ausgefadet wurde und man so das Gefühl bekommt, als wäre dies schon das Outro und zudem der 2. Drop umso überraschender und kunstvoller wirken kann.

Der zweite Drop bedarf zudem besonderer Aufmerksamkeit. Als der Beat einsetzt hört man nur den ersten Schlag und danach eine kurze schwebende Pause im Beat. So lässt sich gut eine Wirkung ähnlich wie Luft holen oder Luft einatmen erzielen, wiederrum ein höchst menschlicher Effekt.

Insgesamt wird dem Noisia - Kenner auffallen wie es dieser unglaublichen Band gelingt, selbt in so einem gänzlich ruhigerem Gebiet der elektronischen Musik trotzdem durch extrem hohe Virtuosität und Sensibilität zu brillieren. Meistens stellt die Musik von Noisia das komplette Gegenteil dieses Liedes dar, nämlich unglaubliche Klangwelten, extrem fätte Bässe die in faszinierend virtuoser Weise einem ins Ohr gehämmert werden. Noisia spiegelt somit immer auf unglaubliche Weise den Stand der Technik im Drumnbass bzw Electro dar.

Abgelegt unter ioka dresden noisia hybris crystalline musik music text musik analyse music analysis music dnb drumnbass groove ambient

0 Anmerkungen &

№1: Future Sound of London - Cascade Part 4

Dieses unglaublich schöne Lied von Future Sound of London hat mich so stark beeindruckt und beeinflusst, dass ich drauf und dran war einen Brief zu den Produzenten zu schicken. Durch diese riesigen galaktischen Hallräume, die wunderschönen Atmos und Waves im Hintergrund, der perfekt quantisierte Beat und die extrem simple Struktur und Form, gehört es zu den wichtigsten Liedern meiner Sammlung!!

Ich will aber bei diesem Lied vorallem nur auf einen Aspekt eingehen und zwar die Gegenüberstellung von kontrastierenden Elementen. Einer sehr seichten rosa bis pinken, romantische schönen kitschige Atmo/ Melodie wird ein extrem massiver Beat gegenüberstellt. Jedes Element ist für sich entweder zu kitschig oder zu heftig, erst in der Gegenüberstellung verbinden sie sich zu einer wunderbaren Einheit.
Der Gegensatz, der Beides wieder ausgleicht, lässt Spannung entstehen.

Auch beachtenswert ist die Stelle an der die Harmonien etwas eingetrübt werden und die Klangwelt ein wenig ins Düstere driftet. Dadurch wird das Wiedereinsetzen der “Rosa-Atmos” umso schöner und außerdem bringt es eine leichte Veränderung ins Formschema. Die Wirkung ist so simpel und offensichtlich, erhält aber gerade darduch diese absolute Stringenz und Kraft die dem ganzen Stück inne ist.

Leider ließ sich dieses Lied weder bei Soundcloud noch bei Youtube finden aber zumindestens hier: http://www.simfy.de/artists/310330-Future-Sound-of-London/albums/554640-Cascade/tracks/14598065-Cascade-Part-4

Abgelegt unter ioka dresden germany the future sound of london future fsol cascade part dubstep ambient musik music text musik analyse music analysis music